Kuramathi


Malediven, Indischer Ozean


29. März – 12. April 2003


Die Insel


Da Kuramathi mit dem „Speedboat“ erreicht wird (Dauer ca. 1 Std. 15 Minuten), ist diese Fahrt bei ruhiger See und Sonnenschein bereits ein wunderbarer Urlaubsbeginn. Mit dem Wasserflugzeug zu fliegen, ist auch eine Möglichkeit, ist aber teurer (Vorsicht wegen Uebergepäck, teilweise wird dies verrechnet). Die Insel Kuramathi ist eine der grössten Touristeninsel der Malediven. Sie ist ca. 2,5 km lang und 500 m breit. Es gibt 3 Resorts: Kuramathi Village/Coconut, Cottage Club und Blue Lagoon. Kuramathi Village ist das älteste und günstigste Resort.

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Wir hatten ein einfaches Rundbungalow gemietet. Diese sind bis jetzt noch nicht renoviert worden, dennoch fehlt es an nichts, was ein Taucher braucht: Warmwasser, Meersicht, Klimaanlage, etc. Das Inselmanagement bietet "all-inclusive" an. Der Vorteil von Halbpension ist jedoch die Möglichkeit die diversen Restaurants die sich auf der Insel befinden, zu nutzen. Wir fanden dies eine gute Abwechslung zum Speisesaal, der im Village leider ziemlich „hallenmässig“ ist. Es gibt abwechslungsweise Buffets und Menues. Zusätzlich zu den Hauptrestaurants gibt es noch den Laguna Grill (sehr zu empfehlen), ein indisches und ein thailändisches Restaurant, Coffeeshops und noch ein Grill im Village. Die Anlage der Insel ist wunderschön und sehr gepflegt. Es hat viele Blumen und einen Gemüsegarten. Die Lagune ist gross und ladet somit zum Baden und Schwimmen ein.



Bio-Station


Auf Kuramathi befindet sich eine Biostation auf welcher ein Meeresbiologe (Reinhard Kikinger) tätig ist, der regelmässig Vorträge und Diashows hält. Diese sind sehr interessant und empfehlenswert und nicht nur Schnorchler sondern auch "alte Tauchhasen" können immer wieder etwas Neues dazulernen.
Zum Beispiel werden auf Kuramathi des öfteren leere Schalen von Spirula spirula, auch Posthörnchen genannt, angeschwemmt. Dieser kleine Hochseetintenfisch verdankt seinen Populärnamen wohl seinem Gehäuse, welches wie ein Posthorn spiralförmig gebogen ist.



Das Hausriff


An der Aussenriffseite ist das Hausriff ideal zum Schnorcheln, denn nach der flachen Lagune kommt ein etwas tieferer Riffbereich, welcher dann in eine steil abfallende Wand übergeht. Obwohl der „El Nino“ von 1998 leider viel zerstört hat, wachsen überall wieder junge Korallenstöcke. Am Aussenriff sind die Chancen Schildkröten und Haie zu sehen recht gross. Auch Delphine schwimmen öfters mal vorbei. Da es bei Ebbe schwierig wird über die Rifflücken rein- und rauszukommen, gibt es die Möglichkeit in der Lagune auf der anderen Seite der Insel zu schnorcheln. Dort ist das Riff allerdings recht weit draussen und es wachsen nur wenig neue Korallen.
Tauchgänge am Hausriff sind ebenfalls möglich, beim Jetty hat es ein kleines Wrack, welches sehr schön bewachsen und voller Glasfische ist. Eine dicke Muräne, Juwelenzackenbarsche und ein grosser Kaiserfisch sind dort ebenfalls zu Hause.



Die Tauchplätze


Die Tauchplätze befinden sich nahe der Insel, die Ausfahrten dauern meistens zwischen 5 und 15 Minuten. Die schönsten und interessantesten Plätze sind die Kanaltauchgänge. Am Madivaru Channel und Rasdhoo Channel hat es je nach Strömung viele Grossfische, Graue Riffhaie, Weissspitzenriffhaie, Adlerrochen, Mantas, Zackenbarsche, Schildkröten, grosse Napoleons, etc.




Madivaru ist ein wunderschöner Kanal mit zahlreichen Riffen, vielleicht der schönste Platz vom Bewuchs her. Es gibt Weich- und Steinkorallen und zahlreich vertretene Fischarten: Barrakudas, Stachelmakrelen, Thunfische und Rifffische wie Schnapper, Füsiliere und Fahnenbarsche.

Ein absolutes „Hai-light“ auf Kuramathi ist natürlich der Hammerhaiplatz bei Madivaru. Bei Sonnenaufgang (06.00) wird im Freiwasser auf 30 m abgetaucht und mit ein bisschen Glück sieht man ein Rudel Hammerhaie. Es ist nicht bekannt wieso sie sich dort aufhalten. Leider werden sie immer weniger gesehen, da mittlerweilen auch hier sehr häufig getaucht wird. Da im Freiwasser getaucht wird, ist es ein faszinierendes Erlebnis in der Morgendämmerung durch das fluoreszierende Plankton zu schweben.

Veligandu East hat einige grosse sehr schön bewachsene Korallenstöcke. Dort gibt es viele Glasfische und im Freiwasser tummeln sich grosse Thunfische.

AmVeligandu Tila ist der Bewuchs nicht sehr üppig, dafür werden dort häufig Mantas gesichtet. Es gibt auffallend viele Zackenbarsche, einige Napoleons und eine Höhle mit Langusten (ca. 10 Stück). An der Riffflanke wachsen viele Stempelkorallen und zwischendurch auch mal eine Gorgonie.

Der Rasdhoo-Cannel liegt direkt vor Kuramathi, dort ist die Wahrscheinlichkeit auf Grossfische zu treffen ebenfalls sehr hoch. Während eines Tauchgangs sahen wir dort einen Adlerrochenschwarm (ca.8 Tiere), zwei einzelne Adlerrochen, 4 Graue und 3 Weissspitzenriffhaie, ein grosser Napoleon, 2 Schildkröten, Thunfische und grosse Zackenbarsche. Die Riffe im Kanal sind schön mit Stein- und Weichkorallen bewachsen.




Sehr zu empfehlen sind auch die Ausflüge ins Ari-Atoll. Die Fahrt zum Maaya-Thila dauert ca. 1 Std. pro Weg. Das Maaya-Thila ist ein sehr bekannter Tauchplatz, welcher täglich von vielen Tauchern besucht wird. Der Bewuchs ist sehr schön, es gibt auch schwarze Korallen. Wir sahen einen grauen Riffhai der vor dem Riff kreiste und ein paar Weissspitzenriffhaie. Ein kleiner Adlerrochen war da und allgemein genossen wir wirklich Fischsuppe! Das Riffdach ist ca. 5-6 m unter der Wasseroberfläche, was ein problemloses Austauchen ermöglicht.


Bei der ganztägigen Tauchsafari ins Ari-Atoll werden 3 Tauchplätze angefahren. Wir waren am Fesdu Wrack, Fish Head und Kadholhudhoo.
Das Fesdu Wrack ist wunderschön mit Weichkorallen bewachsen und im Steuerhaus hat es viele Glas- und Soldatenfische. Leider hatten wir dort starke Stömung und die Sicht war schlecht. Der 2.Tauchgang führte uns zum Fish Head, wo ich 1989 das erste Mal tauchte. Damals tummelten sich dort ca. 20-30 Graue Riffhaie, welche recht nahe an die Taucher herankamen und sich schön fotografieren liessen. Doch jetzt sahen wir keinen einzigen Hai mehr und vom früherigen Fischreichtum ist nichts mehr übriggeblieben! Das Mittagessen wird bei der unbewohnten Insel Kadholhudhoo eingenommen. Das Hausriff dort ist wunderschön zum Schnorcheln, es hat sich von der Korallenbleiche vollständig erholt! Beim letzten Tauchgang der Tagesausfahrt, an einem vorgelagerten Tila vor Kadholhudhoo, sahen wir neben zwei Weisspitzenriffhaien auch viele kleine Riffbewohner, wie z.B. den scheuen Langnasenbüschelbarsch.




Weitere Tauchplatzbeschreibungen könnt ihr auf www.rasdhoodivers.com nachlesen.


Fotos und Text dieser Webseite sind Copyright by Martin Hablützel


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